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Licht und Schatten sind eins

Zu Beginn dieses Jahres wurde ich schon immer mal wieder gefragt, wie ich die derzeitige Situation auf unserer Welt sehe, wie ich sie empfinde. Und vor allem auch, wie man damit umgehen kann, dass es gefühlt immer dunkler, brutaler und unmenschlicher wird. Und ja, in der Tat ist dem so. Wir haben das Gefühl, dass das Recht des Stärkeren noch präsenter ist. Wir gewinnen den Eindruck, dass Kriege, Gewalt, Leid und Zerstörung in einem immensen Maße zunehmen. Das Bild entsteht, als wenn die düsteren (! – auch hier gibt es BEIDES!) Qualitäten des Patriarchismus und (ja auch) des Matriarchismus wieder die Oberhand gewinnen und mit ihren „niederen“ Qualitäten die Welt, die Menschen und die Natur durchziehen möchten. Und so ein Kreislauf der Gewalt und Zerstörung, ja des Hasses und Egoismus entsteht. Doch ist das alles, was es zu entdecken gibt?

Oftmals sprechen wir in der Spiritualität von Licht und Schatten! Wir sprechen von Lichtarbeitern und Schattenarbeit (by the way, wer macht sie wirklich tiefgehend und ehrlich?) und möchten so den Teil zum Wandel beitragen. Und ja, das tun wir! Aber es genügt nicht, Kerzen anzuzünden, zu meditieren und darauf zu hoffen, dass Gott oder andere Menschen das schon lösen werden, ohne selbst ins Handeln zu kommen! Das ist das gleiche Muster wie Politikverdrossenheit und die Abkehr von der eigenen Selbstverantwortung und der Verantwortung für die Gemeinschaft, dem großen Ganzen! Ist das wirklich Spiritualität oder eine Flucht? Ist das nicht ein Einigeln in der eigenen Blase aus Licht und Liebe? Gott ist nicht nur Liebe! Gott ist auch nicht nur Hass! Gott ist alles! Licht und Schatten tragen auch in ihrer Distanz viele Farben und Nuancen! Doch wenn wir nur eine Seite begehren, werden wir niemals vollkommen sein und niemals die Fülle Gottes in uns und im Außen WIRKLICH wahrnehmen können! Stattdessen sehen wir nur den eigenen Film, den wir in uns kreieren und wie alles in uns und um uns herum vermeintlich aussieht, oder besser gesagt auszusehen hat, weil unser spirituelles Ego das so WILL!

Licht oder Schatten spielt dabei keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass es zu unserem minimierten Bewusstsein passt und sich dort wohlfühlt! Es geht aber nicht um Wohlfühlen! Hat jemals irgendjemand gesagt, dass es Gott NUR darum geht, dass wir uns wohlfühlen? Wurde Jesus nicht durch unzählige Herausforderungen geschickt, um sein Vertrauen ins Göttliche ins Unermessliche steigen zu lassen? Ja, Gott lässt Dinge zu! Mehr noch, er gibt sie uns absichtlich so! Wie kann er das nur tun? Aus einem ganz einfachen Grund. Wir dürfen lernen! Wenn wir nicht wissen, wie die Dunkelheit aussieht und sich anfühlt, werden wir das Licht niemals wirklich in seiner ganzen Fülle erfassen können! Und wenn wir uns nicht erlauben, das volle Licht strahlen zu lassen und zu spüren, werden wir niemals in die tiefste Dunkelheit eintauchen können! Und das ist genau das, was gerade passiert! Denn je tiefer es wird, umso mehr Licht, Vertrauen, Liebe braucht es! Was also tun?

Je größer der Schatten ist, umso mehr Licht muss da sein! Die Dunkelheit ist nur so dunkel, wie es hell ist! Beides ist eins! Das wusste schon Goethe!

Macht Sinn, oder? Ohne Licht kein Schatten, ohne Schatten kein Licht! Und so einfach das klingen mag und Dein Verstand es jetzt möglicherweis abtut! Die Dunkelheit, die wir gerade wahrnehmen können, ist nur so groß, weil „auf der anderen Seite“ so unglaublich viel Licht entsteht (ja, das tut es, schau mal hin)! Und ja, dieses Licht entsteht auch durch Meditation, Gebet, Hoffnung. Vor allem aber durch GELEBTE Liebe! Wenn Liebe kein Konzept mehr oder eine beschränkte Vorstellung der eigenen Perspektive ist, werden wir fähig sein, das Licht tief in die Dunkelheit zu bringen, um Licht und Schatten zu vereinen! Und diese Aktion besteht nicht nur im Außen, sondern vor allem IN uns! Immer wieder erlebe ich (auch) in der spirituellen Szene so viel Show, Oberflächlichkeit und Geblabbel über „angebliche Erfahrungen“. Die eigentliche Erfahrung ist das vollkommene Erkennen meines ganzen Wesens in der Einheit mit Gott! Es ist der Moment, wenn wir ganz bewusst JA zu unserer Dunkelheit und zu unserem Licht sagen! Wenn wir beides als göttlich akzeptieren und aufhören, zu selektieren oder gar etwas zu vermeiden! Erinnere Dich an die 10 des Jahres – eintauchen, das IST Mut!

In diesem Tauchgang dürfen wir plötzlich die Schönheit in allem entdecken! Hast Du schon mal Bilder aus der Tiefsee gesehen, in der es vermeintlich so dunkel und „kalt“ ist? Die Dunkelheit ist voller Leben, voller einzigartiger Geschöpfe, voller Liebe! Und so ist das nicht nur in der Tiefsee, sondern auch in uns! Je mehr wir aktiv die alten Scharniere der Türen zu unserem Herzen ölen (Yoga, Meditation, …), die Türen sich langsam öffnen und mit dieser neu gewonnen Energie für uns und andere Liebe aussenden (bewusste, mitfühlende und transformierende HANDLUNGEN) und schließlich die Einheit von allem erkennen (gewaltfreies und zukunftsfähiges Leben), umso mehr werden Dunkelheit und Licht eins werden! Dann geschieht Heilung!

Natürlich können wir uns fragen, wieso das alles sein muss? Wieso brauchen wir das? Wieso kann nicht der Heiland kommen und uns befreien? Viele Menschen träumen ja immer noch davon! Aber wissen wir, dass er vielleicht nicht schon da war? Oder wissen wir, ob es „eine Person“ ist (wir nehmen ja entgegen der ursprünglichen Definition an, das es Jesus Christus sein muss)? Ist es möglicherweise eine allumfassende Energie, die uns erfüllt (Hei-LAND: es ist ein Land, keine Person!)? Oder wenn es eine Person ist, wissen wir, ob es (Vorsicht Trigger!) nicht doch Donald Trump ist? Ist eine weise Seele möglicherweise in ihm inkarniert (was für eine Aufgabe!) und spielt durch ihn und das „verursachte Chaos“ den „Erleuchter“ (in dem Sinne, dass wir nicht nur erkennen, was wichtig ist, sondern es auch endlich beginnen mit voller Kraft umzusetzen (Gesetz der Handlung))? Möglicherweise spielt Dein Verstand nun verrückt und wie ich so etwas sagen kann! Ich habe nicht behauptet, dass es so ist! Es ist eine Frage, die sich daran orientiert, dass auch in jedem Chaos eine Ordnung steckt und je größer und umfassender das Chaos wird, eine weitere Ordnung darin entsteht! Schnee sieht chaotisch aus, bei nahem Hinsehen aber sehr strukturiert! Kundalini Yoga kann mitunter chaotisch wirken, aber führt uns durch das Chaos in die Ordnung in uns! Nun, doch möglich?

Alles ist möglich! Und diese offene Perspektive dürfen wir für uns selbst in uns und auch für die gesamte Schöpfung erkennen! Alles ist möglich im Innen und Außen! In dem Moment wird Hoffnung zu Vertrauen, da wir wissen, dass alles nur ein Spiel Gottes ist und es „gut“ ausgehen wird! „Nimm Dich selbst (Erweiterung: und das Leben) nicht zu ernst“, sagte vor vielen Jahren mal eine Lehrerin von mir. Oh ja, wie wahr! Aber solange wir unser Leben aus unserem mentalen Bereich (Verstand, Ego, Persönlichkeiten, Masken, Rollen, Glaubenssätzen, …) leben, werden wir niemals in der Fülle und der Einheit aufgehen können. Es wird immer nur ein Konzept bleiben, aber nie verinnerlicht werden! So dürfen wir Dunkelheit, Licht, Chaos, Ordnung, Angst, Vertrauen, Hass, Liebe in uns spüren, akzeptieren, lieben, verinnerlichen und nach Außen bringen! Wir müssen mutig sein, ja! Es wird wehtun, ja! Aber selbst in jedem Schmerz ist eine Schönheit zu finden, da er uns an den Punkt führt, dass wir uns spüren und nicht mehr wegschauen!

Wir haben zu lange weg geschaut! Im Innen und im Außen! Und viele schauen immer noch weg! Und das ist okay! Alles ist okay! Es ist nicht gut oder schlecht! Es ist wie es ist, immer wieder! Nur was machen wir nun daraus? Was machst Du daraus? Was machst Du aus Dir, Deinem Leben, Deiner Teilhabe an uns allen? Bist Du bereit vollends zu strahlen und vollends zu verdunkeln? Kannst Du aus Deinem Herzen und Deiner Göttlichkeit heraus noch mal tiefer gehen, meistern und heilen? Nach nichts anderem werden wir gefragt! Alles passiert, dass wir lernen! Kein Schullernen, sondern Lebenslernen! Wie möchten wir also leben und lieben? In uns und in dieser Welt? Und sind wir bereit, unseren Anteil daran zu übernehmen?

Tobias Fritzsche

I help responsible people to feel and live their own self again by accompanying them and reminding them who they are.