Der Kreislauf
Unser Leben beinhaltet immer wieder Kreisläufe in allen Bereichen unseres Seins. Vielmals drehen und drehen wir uns. Einer dieser Kreisläufe ist einer, der für uns heute und in Zukunft mit am wichtigsten sein wird. Es ist der Kreislauf, wie in unserem Leben aus einem Gedanken ein Gefühl, dann eine Emotion wird und daraus weitere Schritte in diesem Kreis folgen. Wenn wir diesen Kreislauf meistern, wird unser Leben zu einem großen und einzigartigen Spiel voller tiefer Freude und Dankbarkeit für das Leben selbst! Meistern wir ihn nicht, werden wir in Anhaftungen, emotionalen Spielchen, menschlichen Dramen und Krankheit verweilen und „uns“ darin suhlen. Angenehm? Mehr oder weniger! Vermeidbar? Absolut! Die Pille dafür? Unser eigenes Bewusstsein und die Kraft unseres Seins!
In vielen Gesprächen in diesem Jahr wird mir immer wieder berichtet, dass die „Zündschnuren“ der Menschen immer kürzer werden. Es fühlt sich an wie ein Eiertanz, um den Vulkan bloß nicht zum Ausbrechen zu bringen. Die Emotionen sind am Kochen und belasten die Nervensysteme der Menschen. Dies wiederum verstärkt die Emotionen und schwupps – der nächste Kreislauf bis hin zu Gewalt! Doch was passiert da überhaupt? Worüber wir nun sprechen, lässt sich nur aus der Perspektive des „wahren Ichs“ betrachten! Immer wieder weise ich auf uns als Göttlichkeit hin und genau aus diesem friedlichen, freudigen, dankbaren, neutralen und liebevollen Sein heraus schauen wir es uns nun mal genauer an.
Oftmals nehmen wir an, dass wir etwas fühlen und das Gefühl einfach so da ist. Die Annahme ist, dass sofort das Gefühl kommt. Doch nicht so schnell. Bevor irgendetwas passiert, sind zuerst ein reiner Gedanke und wir dran, die ihn als das was er ist sehen. Angenommen wir stehen an einem Baum (und dieses Beispiel ist auf JEDEN Gedanken in JEDER Situation anwendbar). Der reine Gedanke ist „dies ist ein Baum“. Da ist noch nichts von „oh schöner Baum“, „oh endlich Schatten“, … . Einfach nur ein Baum! Kannst Du dir das vorstellen? Und nun entschleunigen wir noch mal! Im nächsten Augenblick wirst Du beobachten können, dass der Verstand diesen reinen Gedanken verfälscht! „Dies ist aber ein schöner Baum“ oder „dies ist aber ein krummer Baum“ oder oder oder. Unser Verstand wird sofort werten, einteilen, reflektieren wollen. Es könnte auch sein, dass Du eine angenehme oder unangenehme Erfahrung mit einem Baum gemacht hast. Zum Beispiel bist Du mal von einem Baum gefallen und ein Anteil in Dir hat Angst vor Bäumen. Oder Du hast es als Kind geliebt, in ihnen zu klettern und fühlst Dich total verliebt in sie! Auch hier: der reine Gedanke wird verfälscht! In diesem Fall wird die Bewertung mit einer direkten Erfahrung, nicht nur einer „Vorliebe“, gefüllt.
Nun, wie geht es weiter? Nachdem der Verstand auf Grund einer Vorliebe, Prägung, Erfahrung, Glaubenssatz den reinen Gedanken verfälscht hat, wird ein Gefühl ausgelöst. Wie? Der Gedanke erzeugt eine Schwingung. Der reine Gedanke erzeugt eine neutrale, balancierte Schwingung. Der verfälschte Gedanke eine Schwingung, die eine Polarisierung in Deinem Gehirn auslöst und somit auch in Deinem Hormon- und Deinem Nervensystem, da sich alles in Deinem Gehirn und Deinen Nerven darauf einschwingt. Falls Dein Verstand den Baum toll findet, erzeugt es ein Glücksgefühl. Hat Dein Verstand Befürchtungen, wirst Du Angst wahrnehmen können. Soweit so gut. Nun fühlen wir etwas und erkennen zugleich, dass dieses Gefühl von einem verfälschten Gedanken ausgelöst wurde. Wäre er nicht verfälscht, wäre er („dies ist ein Baum“) mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schon wieder weg! Was passiert aber nach der Verfälschung?
Das Gefühl (Glück, Angst, …), welches erzeugt wird und das wir dann spüren können, lässt unser Wesen und unseren Ausdruck hierdurch noch nicht sofort „leben“. Es ist erst mal da (laaaangsam fühlen!), spür- und wahrnehmbar durch uns als göttliches Wesen. Nun kann das Gefühl all unsere Anteile übernehmen und es wird zur Emotion. Motion – Bewegung! Das Gefühl fängt an sich zu bewegen. Unsere Körper fangen an mit dem Gefühl zu schwingen und erzeugen allesamt die Emotion im Innen als „das Echte“ und dann nach Außen. Die Emotion durchdringt unsere Anteile und unser Menschsein drückt es aus! Das kann ein Grinsen sein, ein Öffnen, ein Zusammenziehen, eine Anspannung, ein Wegschauen. Und je nachdem was sich für ein Gefühl zeigt, äußert sich daraufhin ein passender Wunsch. Spüren wir das Glück, wird der Wunsch entstehen, auf ihn zu klettern oder ihn zu umarmen. Spüren wir die Angst, wird der Wunsch entstehen, wegzurennen, ihn zu fällen, … . Und so kommen wir zum entscheidenden Schritt.
Wenn wir den Wunsch verspüren, den Baum zu umarmen oder auch wegzurennen, liegt es immer noch an uns, was wir mit diesem Wunsch machen. Selbst wenn wir es verpasst haben, den Gedanken neutral zu lassen und NICHT in die Bewertung zu gehen und der Wunsch schon entstanden ist, besteht die Möglichkeit, dass wir immer noch willentlich handeln! Folgen wir ihm, ergeben wir uns dem Verstand und der Persönlichkeit. Folgen wir ihm im ersten Moment nicht, sondern überprüfen und validieren ihn, haben wir die Freiheit aus UNS heraus zu entscheiden. Dann sind wir die Meister:innen unseres Karmas! Denn nach dem Wunsch folgt immer eine Handlung und über diese bestimmen AUCH wir! Wie gehen wir jetzt also mit dem um, was in uns spielt? Welche Aktion wollen wir folgen lassen und welches Karma erzeugen wir dadurch?
Rennen wir als Aktion weg, stärken wir das Karma (die Angst, die Erfahrung, den Glaubenssatz) der Angst in uns. Umarmen wir den Baum, stärken wir das Karma (das Vertrauen, die Sicherheit, die Erfahrung) der Liebe in uns. Wir verfestigen (und haften dadurch auch an, z. B. ich muss einen Baum umarmen, um glücklich zu sein oder ich kann nur angstfrei leben, wenn ich keine Bäume um mich habe!) je nach Handlung ein Karma, welches beim nächsten Baum wieder anfangen wird zu kreisen. Denn auch hier wird wieder ein „dies ist ein Baum“ kommen und der Kreislauf beginnt von vorne! Erkennen wir dann die Verfälschung und entscheiden aus dem freien Willen, aus uns heraus, welche Farbe sich zeigen wird? WIR entscheiden! Alles in diesem Kreislauf ist unsere Selbstverantwortung! Wir können das nicht wegschieben – es ist unseres! Wir können die Verantwortung nicht auf den Gedanken, das Gefühl, den Verstand, die Persönlichkeit, etc. abdrücken, nein! WIR sind verantwortlich und diese Verantwortung dürfen wir ergreifen!
Wieso ist das nun so wichtig? Kommen wir zu den Zündschnuren zurück. Wir lassen es in uns zu, dass wir impulsiv, fremdgesteuert, täuschbar, krank werden und weiterhin im Kreislauf des Karmas gefangen bleiben. Hier fordert uns das Leben derzeit heraus – siehe auch meinem letzten Beitrag (gesellschaftliche, ökologische, politische, wirtschaftliche, …, Situationen auf dieser Welt)! Schaffen wir es, uns von den Anhaftungen an unseren Verstand, das Ego, die Persönlichkeiten, den Schmerz des inneren Kindes, die Energien, ein Gottesbild bis hin zu all dem Materiellen und den Systemen zu lösen und aus UNS, aus einem reinen Bewusstsein heraus, gemeinsam in uns und in dieser Welt zu kreieren? Dann können wir die Herausforderungen meistern! Hiernach werden wir gefragt! Nach nichts anderem! Wollen wir also weiter in unserem inneren Kreislauf kreisen und somit das Außen genauso chaotisch kreieren, wie wir es sehen können? Oder entscheiden wir uns für die Reinheit, die Liebe, das Einssein und kreieren diese Energie im Außen? Alles im Außen ist nur die Projektion unseres Inneren! Und jede:r von uns hat es durch all die Wiedergeburten genau mit an diesen Punkt gebracht! Der Punkt, an dem wir heute in uns und im Außen stehen, ist das Ergebnis all unserer Verfälschungen, Gefühle, Emotionen, Wünsche, Handlungen, unseres Karmas! Somit hat auch jede:r von uns die Verantwortung, daran teilzuhaben, was wir morgen sehen und leben werden!
Jahnavi Harrison - I trust you