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Deine Stimme

Letzten Freitag hatten wir uns im Yoga 14 zum gemeinsamen Mantra-Singen eingefunden. Es war wieder ein ganz magischer, weiter und heilsamer Raum der Stimmen, der Worte, des Klangs und der Vibrationen! Danke immer wieder für diese Stunden! Die Energien der Musik erfüllen in solchen Momenten unsere Herzen und die Wahrnehmung der Einheit ist tief spürbar. Es ist eine Ekstase der Energien, die tanzen, jubeln, eins sind und so viel Kraft (in ihrer unterschiedlichsten Form) entwickeln, dass man gar nicht drum herum kommt, die Türen zum Herzen ganz weit aufzustoßen. Klänge (und damit auch alles was sie hervorruft) sind der Schlüssel zum Herzen! Sie sind der Schlüssel zur Reinheit! Sie sind der Code für den Safe, in dem unsere Freude, unsere Lebenskraft und unsere bedingungslose Liebe verwahrt werden. Ob man will oder nicht – der Sesam öffnet sich!

Ich bin in meinem Leben mit Musik schon jetzt so unendlich reich beschenkt worden. Begonnen hat es für wie viele andere, nein nicht mit der Blockflöte, sondern mit Trommeln als Kleinkind! Dann kam die Blockflöte! Hahaha… So durfte ich meinen Lebensweg weiter über das Klavier, von klassisch über Jazz, Pop bis hin zur Eigenimprovisation und Komposition begehen! Nebenbei entwickelte sich die Gitarre von selbst zu einer treuen Begleiterin, die mich immer wieder fasziniert. Und aus diesen Erfahrungen heraus legte sich bald auch meine Stimme über die Klänge der einzelnen Instrumente. Ich durfte (und darf) nach und nach einen Blumenstrauß aus klangerzeugenden Geschenken in meinen Händen halten, mit ihnen spielen, experimentieren, meine Erfahrungen machen und ihre Wirkungen und Wirksamkeit tiefer und tiefer entdecken!

Eine der kraftvollsten Geschenke ist dabei meine eigene Stimme, die nichts benötigt, nicht hergestellt werden muss oder die man schwer herum tragen muss (wer mal in einer Band gespielt hat oder spielt, weiß wovon ich spreche, hahaha). Ich habe schon immer gesungen. Als Kind auf Reisen im Auto oder im Kindergottesdienst. Als Jugendlicher in der Jungschar, im Schulchor und dann Anfang 1999 zum ersten Mal auf einer „Bühne“ mit einer Band. Ich erinnere mich noch zu gut an die Geburtstagsfeier eines damaligen Freundes im Naturkolleg Hirzwald. Wir nannten uns „Truncheon“ und spielten bodenständigen Skate Melody Core (grob gesagt eine Richtung des Punkrocks). Anfangs coverten wir auch Stücke, aber entwickelten dann sehr rasch unseren eigenen „Sound“. Diese Phase reichte bis ins Jahr 2004 und dann trennten sich unsere Wege.

Überlappend startete in 2001 das Projekt „Soul Shaker“ an der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen, welches wir in den letzten Jahren der Band unabhängig von der Schule weiter entwickelten. Bis 2014 rockten wir durch die Region und oftmals darüber hinaus in ganz Baden-Württemberg. Geschätzt spielten wir mit „Soul Shaker“ an die 300 Auftritte, nahmen drei CDs auf und hatten teilweise auch den Traum von mehr. Welche:r Musiker:in hat das nicht… 2010 schon kam ich nach und nach mit Mantras in Kontakt und mit dem Beginn der Yogalehrer:innen-Ausbildung flutschte da natürlich etwas. Gesang, Gitarre, Mantras! Yes! Und so begleitet mich Musik jeden Tag (durch spielen, hören, beim Yoga, komponieren) und ist für mich die Weite des Universums genauso wie der Anker der Erde. Sie ist ein Ausdruck Gottes.

Wieso erzähle ich das alles? Ich lud Menschen schon immer (in den Bands, beim Mantra-Singen) dazu ein, von Herzen, vom Nabel mitzusingen. Zu grölen, zu jubeln, sich auszudrücken! Durch die Öffnung in diesem Moment, erfahren wir sofort und direkt, wer wir wirklich sind! Alles andere ist für den Moment nicht wichtig (gemacht!)! Nur der göttliche Gesang zählt und erzeugt in uns diesen „Bliss“, der uns in jeder Zelle durchdringt, bewegt und erfüllt. Dabei ist es nicht wichtig, ob man „gut oder schlecht“ singt! Niemand fragt danach – nur nach dem SINGEN! Treffe ich immer alle Töne? Nein. Macht mich das zu einem besseren oder schlechteren Menschen? Nein! Ist das Erlebnis der Fülle in diesem Moment nicht viel wichtiger als die Zweifel, Vergleiche und Ansprüche des Verstands und des Egos? JA, absolut! Und hier kommen wir zur Seite der Medaille, in der uns Gott mit unserer Stimme herausfordert.

Hast Du dich jemals beim Singen aufgenommen? Sicherlich mal (z. B. einen Geburtstagssong als Sprachnachricht). Und hast Du es Dir dann auch wieder angehört? Wie hat sich das angefühlt und was für Gedanken und Gefühle hat es erzeugt? Oder erzeugt es, wenn Du dies für Dich mal als Übung ausprobieren möchtest!? Ich erinnere mich noch gut an eine lange Zeit, in der ein Teil von mir das als schrecklich empfand, was er da hörte. Selbst heute kommt manchmal ein Funke davon zurück und fliegt an meinem Bewusstsein vorbei. Und das ist okay! Denn genau deswegen ist unsere Stimme zugleich eine der kraftvollsten Lehrerinnen, die wir haben! Sie lehrt uns auszusprechen, abzugrenzen, die Wahrheit zu sprechen, sich zu öffnen, zu schweigen, zuzuhören, zu singen, Mitgefühl zu entwickeln, Vertrauen aufzubauen, zu vergeben, zu lieben, DICH LIEBE ICH zu sagen!

Die Annahme der eigenen Stimme (öffentliche Situationen, Aufnahme-Beispiel, sich ausdrücken in jeglicher Form) ist ein tiefgehender Prozess. Wenn wir uns zum Beispiel beim Mantra-Singen erlauben, wirklich aus dem Becken, vom Nabel, durch das Herz und die Kehle ins Unendliche hinein zu singen, befreien wir uns. Wir lösen uns von Glaubenssätzen (z. B. „ich“ bin nicht gut genug, weil meine Stimme nicht schön ist), über Verhaltensweisen (wenn „ich“ mich nicht gut genug fühle, ziehe „ich“ mich zurück und singe lieber nicht oder nur ein bisschen, so dass es niemand hört) bis hin zu dem Kreislauf der dann daraus entsteht (es wird von Mantra zu Mantra enger, anstatt weiter, und „ich“ gehe „unerfüllt“ nach Hause). Und diese Auflösung befreit nicht nur den Moment des Singens, sondern wird diese aufkommende Energie in alle Bereiche unseres Lebens übertragen. Wenn wir uns trauen „hemmungslos frei“ zu singen, konfrontiert uns unsere Stimme mit dem Dahinter, ja. Genau dann haben wir die Möglichkeit all das zu umarmen, zu lieben und mit der Energie der Musik, des Klangs zu heilen – das ist Teil des Naad Yoga – und deswegen singen wir im Kundalini Yoga so viel –Mantra Yoga!

Ich erzähle all das zudem, weil wir honorieren dürfen, dass wir alle auf dem Weg sind. Jede:r für sich. Jede:r in seinem abgestimmten Rhythmus mit dem Universum. Jede:r für sich mit dem Karma, was man trägt. Über 300 Auftritte nur mit „Soul Shaker“ und selbst beim Letzten konnte ich immer wieder Unsicherheiten „in mir“ beobachten. Selbst heute kommt das hin und wieder vorbei geschossen. Wir dürfen anerkennen, dass wir Schritt für Schritt gehen dürfen – und das dann auch wirklich! Und unsere Stimme ist dabei eine Kraft, die uns in unserem persönlichen Prozess boosten kann – jedes Mal wenn wir uns trauen! Von der Stabilität des Physischen des ersten Chakras, über die Freude des Zweiten, den Mut und das Feuer des Dritten, der Liebe des Vierten, der Wahrheit und Authentizität des Fünften, der Ausarbeitung der Intuition des Sechsten und der Einheit mit Gott des Siebten! Singen erfüllt all die Chakren! Es transformiert all die Energien! Physisch, emotional, mental, energetisch, seelisch! Es katapultiert unser Wesen in einen Raum der Heilung!

Sollten wir uns also beim nächsten Mantra-Singen begegnen – let’s go! Und wenn Du dabei Limitierungen (wie oben genannt) wahrnehmen kannst, dann sing einfach umso lauter! Umhülle die Limitierungen mit Deiner Liebe aus dem Gesang. Es geht nicht um übertönen, sondern ums Einklingen der unterschiedlichen Stimmen! In uns, im Außen, in der Welt! Finde Deine Stimme und Du erinnerst Dich an DICH! Im Sprechen wie im Schweigen – Deine Stimme in dieser Welt! Jegliche Frequenz kann sich dabei verändern und den Weg der Transformation ebnen! Singen ist ein Werkzeug Gottes! Singen bringt uns direkt in unser Herz, um dort zu lernen, zu befreien, zu heilen und einfach zu lieben! Just sing it!

Manu Om - Om Guru Om

Tobias Fritzsche

Ich helfe selbstverantwortlichen Menschen, das eigene Selbst wieder zu spüren und zu leben, indem ich sie darin begleite und sie daran erinnere, wer sie sind.