In turbulenten Zeiten ist oftmals die Frage, wie wir mit dem, was in uns auftaucht, umgehen dürfen. Mal fühlen wir […]

In turbulenten Zeiten ist oftmals die Frage, wie wir mit dem, was in uns auftaucht, umgehen dürfen. Mal fühlen wir uns gestresst, mal fühlen wir uns glücklich, mal fühlen wir uns traurig, dann mal so und mal so und so schweben wir durch die Sphären unserer Emotionen und Empfindungen. Die letzten Wochen konnte es uns so vorkommen, dass dieses Schweben eher einer Achterbahnfahrt gleicht. Es macht derzeit aber den Anschein, als würde es sich wieder in ein Schweben begeben, auch wenn einiges noch nachwirkt und immer noch bebt. Wie können wir das, was wir erlebt und entdeckt haben, nun integrieren und in eine Weite hineinbringen, die es uns ermöglicht glücklich und frei zu leben?

Eine Herausforderung dabei ist, dass wir unsere Fähigkeit nutzen, alles was uns erscheint zu betrachten und so sein zu lassen, wie es ist. Wir lassen die Emotionen so wie sie sind. Wir vergrößern oder verkleinern sie nicht. Wir rufen sie nicht absichtlich hervor oder unterdrücken sie auch nicht, nur weil es sich vielleicht nicht „gehört“, so zu fühlen. Unsere Natur ist es, aus unserem Herzen und der bedingungslosen Lieben die Arme zu öffnen und alles zu umarmen, was sich in unserer Sphäre befindet. Ja, das klingt ja toll, aber wie soll das funktionieren?

Als wir auf diese Welt kamen, wurde uns ein großes Geschenk mit auf den Weg gegeben, das wir genau in diesen Momenten, herausfordernden Zeiten, „Krisen“, Veränderungen, Fragen, … nutzen dürfen. Dieses Geschenk ist unser Mitgefühl! Oftmals denken wir dabei an das Mitgefühl für andere, wenn etwas Schlimmes passiert, sich Menschen schlecht fühlen oder krank sind. Und ja, hier dürfen wir unser ganzes Mitgefühl aufbringen. Fragen wir uns dabei aber auch, dass wir das Mitgefühl genauso auch für uns aufbringen dürfen? Wir dürfen, ja! Wir dürfen all das was in uns passiert mit fühlen. Wir dürfen es dann mit unserer bedingungslosen Liebe füllen lassen und erkennen, dass, was auch immer passiert, unser innere Frieden und unsere Freude immer da sind und nicht gestört werden können!

Vor wenigen Tagen bin ich durch unsere Küche gelaufen und in mir ist ein Gefühl von Stress und Druck aufgekommen. In diesem Moment lauschte ich mal wieder, was dieser Moment bedarf. Und es war genau das – Mitgefühl. Mitgefühl mit dem gestressten Anteil meiner Persönlichkeit. Mitgefühl mit der Angst, die damit zusammenhängt. Ja sogar Mitgefühl mit dem Anteil, der das alles beobachtet. Es war eine Perspektive, die nicht bewertet, die nicht analysiert und nicht einmal vergibt oder sonst irgendetwas tut. Nein, es ist einfach nur ein SEIN, in dessen Weite und unendlicher Liebe alles erscheint und durch diese Energie gefüllt und transformiert wird. Ohne etwas zu tun! Ist das nicht wunderbar?

So oft sind wir in diesem „Tun-Kreislauf“ gefangen. Wir wollen etwas hinterfragen, reflektieren, lösen, heilen, füllen, transformieren, … . Wir WOLLEN es TUN! Ist es wirklich das, was in diesen Momenten benötigt wird? Möglicherweise… Aber was passiert, wenn wir dem Spiel des Lebens und der Liebe alles einfach nur übergeben und alles was uns bleibt zu „tun“ die Präsenz ist, da zu sein, ein Tor für Heilung zu öffnen und mit dem was da ist „mit zu fühlen“, damit es sich einen Weg bahnen kann, um aufgelöst zu werden. Zu einfach? Nein! Das Universum mag für unseren Verstand total kompliziert erscheinen. Ist es das wirklich? Ist es nicht sehr einfach, weil alles miteinander verwoben ist und daraus eine Einfachheit, ein Fluß entsteht, der uns führen wird!? Wieso ist es nötig, alles zu kontrollieren, ja sogar unsere „spirituelle Entwicklung“? Kommt es nicht genau dann, wann es sein soll? Haben wir uns unseren Weg nicht so ausgesucht und können ihn einfach nur in voller Aufmerksamkeit und Liebe mitlaufen und darauf vertrauen, dass alles so kommt wie es kommen darf? Dürfen wir nicht alles wertschätzen und vor allem uns selbst?

Ich lade Dich von Herzen dazu ein, eine einzige „Tat“ zu vollbringen! Öffne die Türen Deiner Emotionen, Deiner Erfahrungen und Erlebnisse, Deines Herzens und fühle einfach nur mit! Fühle hinein, nimm wahr und betrachte, was dadurch entsteht. Erkenne, dass Du Liebe ist! Erkenne, dass das Universum in Dir schwingt, weil Du bei Deinem Geliebten im Herzen bist (JapJi). Du bist einzigartig! Du bist vollkommen! Wenn wir dies zulassen und erlauben, dass es durch uns wirkt, darf sich unser Sein entfalten!

Ich wünsche Dir eine ganz wundervolle Zeit, viel Liebe und Mitgefühl und ein Herz voller Freude in allem was passiert!

Dein Nam Terath Singh