Wir sind im sechsten Schritt zum Glück angekommen – der Selbstlosigkeit, dem Dienen, der Opferbereitschaft! Was mir als Erstes dazu […]

Wir sind im sechsten Schritt zum Glück angekommen – der Selbstlosigkeit, dem Dienen, der Opferbereitschaft! Was mir als Erstes dazu sofort in den Sinn kommt sind Mütter. Eine Mutter lässt sich in dem Moment der Empfängnis selbst komplett los. Sie entscheidet sich für die Hingabe an das Leben einer wiedergeborenen Seele und deren Begleitung! Sie „opfert“ ihre Liebe, ihre Kraft, ihre Geduld, ihr Wissen, ihren Körper an das Leben, an Gott! Ja, Männer tun das gewissermaßen in dem Moment auch. Sie behalten jedoch stets ihren „natürlichen Lonely Rider Trieb“ und sind möglicherweise nicht so tief im Opfern wie es die Mutter tut! Schon alleine der Prozess der Entwicklung des Fötus, des Babys spiegelt die tiefe Liebe einer Mutter wider, dies auf sich zu nehmen, um einem neuen Leben eine Chance zu geben! Sie nährt das Kind in all seinen Phasen, behütet es, erträgt Schmerz und gibt ihm in bedingungsloser Liebe die eigene Weisheit und Energie weiter.

Nun müssen wir nicht alle Mütter werden, um diese Selbstlosigkeit zu erfahren! Wir haben die Möglichkeit, diese Erfahrung in jeder Minute unseres Lebens zu machen! Es beginnt vor allem erst einmal in uns und unserer Hingabe an das Leben und die Göttlichkeit. Vertrauen wir dem Leben? Können wir mit ihm fließen? Schaffen wir es, unser auferlegtes Selbst (Persönlichkeiten) und sogar „das Selbst“ loszulassen und einfach im Bewusstsein zu sein? Wenn wir dies tun und nicht mehr an irgendetwas, einer Definition oder einem Glauben, anhaften, sind wir bereit zu opfern, weil wir nun wissen, wie es geht! Natürlich denken wir sofort an menschliche Opfer, tierische Opfer, gruselige Zeremonien. Aber ist es das? Ist dies nicht auch nur ein verzweifelter Akt über das Außen, das Innen zu spüren und zu leben?

Ja, es geht darum, etwas „loszuwerden“. Dabei ist Selbstlosigkeit jedoch der Anfang in uns. Und aus dieser Selbstlosigkeit können wir auch anderen dienen. Im Yoga nennen wir das Seva. Wir dienen selbstlos und empfangen selbstlos, weil wir wissen, was es bewegt! Ich bediene und werde bedient! Ich gebe und ich kann nehmen! Es ist ein Kreislauf der Energien! Ich spüre es alleine schon in mir! In meiner Aufgabe als Lehrer diene ich jeden Tag anderen Seelen und dem Leben! Ich opfere meine Zeit, meine Energie, meine physischen Kapazitäten, meine Liebe! Nun könnte man meinen, dass dieses Opfer mir die Kraft raubt. Tut sie aber nicht! Im Gegenteil! Durch die Selbstlosigkeit im Innen und dem Dienen im Außen, wird eine Kraft erzeugt, die Freude und Glück hervorruft!

Ist es nicht das, was eine Mutter zutiefst für ihr Kind empfindet? Freude, Glück, Liebe, Verbundenheit, Einheit, lebenslange Fürsorge! Ist es nicht ein Band, welches nur sehr schwer zerstört werden kann? Dieses Band führt uns zugleich zu uns selbst, da wir in diesem Moment unser Ego hinten anstellen. Wir stellen unsere Befindlichkeiten, Emotionen, Vorbehalte, Bewertungen, …, ganz weit zurück und bringen unsere Aufmerksamkeit in uns und das Gemeinsame. In die Gemeinschaft, die Gruppe, die Partnerschaft. Selbstverständlich ist es auch ein Balanceakt, da die Gefahr besteht, dass wir unter Selbstlosigkeit oftmals verstehen, dass wir uns dadurch komplett aufgeben! Ja, wir geben „uns“ auf, das innere Chaos! Und wir entscheiden uns in dem Moment für den geraden Weg, der uns zeigt, wie Geben und Nehmen funktioniert. Ohne dass wir Aufzählen, eine Strichliste führen oder uns gar komplett zurückziehen. Wir verirrenuns jedoch nicht darin und fügen uns schon gar nicht irgendwelche Schmerzen zu! Geschweige denn, dass wir das Karma anderer übernehmen! Das ist nicht dienen, das ist dumm! Vorsicht!

Es ist also ein natürlicher Vorgang, der entsteht! Ohne Zwang, Übernahme von Lasten, Einbildung! Wenn Du nicht geben willst, dann tu es nicht. Sat Nam! Wir dürfen jedoch die Leichtigkeit in uns spüren, die das ehrliche Geben erzeugt! Wir denken nicht darüber nach, welchen Benefit oder welches Ergebnis, welches Ziel, irgendeine Handlung hat. Wir lassen es einfach von Herzen geschehen, ohne Erwartungen an mich oder andere zu schüren. Wir lassen es fließen und vertrauen, dass wir durch die innere Reinheit und das äußere Dienen eine Glückseligkeit hervorrufen! Ist es möglicherweise genau das, was den Schritt zum letzten Schritt vollführt? Ist es das, was uns als Menschen zusammenbringt und alles potenziert? Ist es möglicherweise ein Weg zu Frieden, Freiheit und Glück für alle?  

Von Herzen alles Gute für Dich!

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